Beim Tiguan war die 150.000-Kiloimeter-Inspektion mit Ölwechsel fällig. Das Radio fiel aus und wurde ausgetauscht. Die Poltergeräusche im Vorderwagen wurden durch Austausch des Lenkgetriebes beseitigt. Der Motor macht neue Geräusche und verhält sich eigenartig.

Langzeittest VW Tiguan
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Monatsbericht Februar 2018


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Beim Tiguan war die 150.000-Kiloimeter-Inspektion mit Ölwechsel fällig. Das Radio fiel aus und wurde ausgetauscht. Die Poltergeräusche im Vorderwagen wurden durch Austausch des Lenkgetriebes beseitigt. Der Motor macht neue Geräusche und verhält sich eigenartig.


Fossile oder regenerative Energie. 150.000-Kilometer-Inspektion mit Ölwechsel

Mein Tiger wollte mal wieder gewartet werden. Die 150.000-Kilometer-Inspektion mit Ölwechsel war fällig. Bei 146.800 km teilte mir das System mit, dass "jetzt" die Inspektion und der Ölwechsel fällig waren. Die Fälligkeit berechnet das System nach zwei alternativen Methoden: entweder es geht von festen Intervallen von jeweils 30.000 km aus oder es ermittelt den Bedarf durch interne Sensoren. Da ich bei etwa 5.000 km einen vorsorglichen Ölwechsel eingelegt hatte, schaltete das System fortan auf feste Intervalle. Das ist in der Bedienungsanleitung bereits beschrieben.

Da ich einmal wegen einer längeren Reise die Inspektion und den Ölwechsel vorziehen musste, um nicht zu weit über das Limit zu kommen, muss ich jetzt immer kurz vor dem vollen 30.000er Intervall in die Werkstatt.

Das halte ich auch ein, denn ich will VW keinen Anlass geben, einmal einen Garantieanspruch damit zurückzuweisen, dass man mir nachweisen kann, eine Inspektion nicht rechtzeitig gemacht zu haben. Für mich zeigt es sich immer mehr, dass solche Betrachtungen wichtig sind, denn Kundenfreundlichkeit kann man VW wahrlich nicht nachsagen, wie mein Bericht vom Januar 2018 auch wieder zeigte.

Ich machte also einen Werkstatttermin, der etwa zwei Wochen nach meinem Anruf lag.

Fremdes Motorgeräusch

Einige Zeit vor der Inspektion begann der Motor plötzlich — wenn er kalt war — stark zu nageln. Das Geräusch war aber nicht vergleichbar mit einem starken Dieselnageln bei tiefer Temperatur oder bei einem unkultivierten Motor, sondern das Nageln klang sehr spitz und in einer geringeren Frequenz als das normale Dieselnageln. Ich kannte solch ein Geräusch bereits von einem früheren Dieselfahrzeug, wenn eine Einspritzdüse nicht korrekt funktionierte.

Zwei Tage vor der Inspektion trat ein sehr lautes Nageln auf, was fast wie ein Klappern oder Tackern klang. In Verbindung damit stuckerte der Motor, als würde ich über viele kurze Bodenwellen fahren, aber ohne eine Vertikalbewegung. Dies geschah zweimal. Ich schaltete den Motor aus und beim Neustart lief er wieder normal.

Ausfall des Radios und der Anzeige der Rückfahrkamera

Am Abend vor der Inspektion fiel die Anzeige der Rückfahrkamera aus. Ich hatte den Wagen etwa drei Stunden abgestellt. Beim Wegfahren musste ich zuerst rückwärts setzen und dabei fiel die Anzeige der Rückfahrkamera aus. Ich hatte den Wagen mit laufendem Radio ausgeschaltet gehabt, so dass das Radio mit der Zündung eigentlich wieder hätte spielen müssen, was es aber nicht tat.

Ich versuchte das Radio einzuschalten, aber das ging nicht. Erst nach etwa 2-3 Minuten ließ sich das Radio während der Fahrt nach mehrmaligen Versuchen wieder einschalten. Danach funktionierte auch die Anzeige der Rückfahrkamera wieder.

Poltergeräusche

Ich hatte bereits in mehreren Berichten von Poltergeräuschen erzählt, die ich der Vorderachse zugeordnet hatte. Mehrfach hatte ich das in der Werkstatt angesprochen, aber es war kein Fehler gefunden worden. Ich hatte vor etwa einem Jahr auch bei der Hauptuntersuchung den TÜV gebeten, mal die Vorderachse genauer unter die Lupe zu nehmen (siehe meinen Bericht vom März 2017), weil der TÜV-Report mehrmals berichtet hatte, dass die Achsaufhängung, die Achsfedern und die Dämpfer eine Fehlerursache beim Tiguan sind. Aber auch der TÜV fand keine Ursache.

Als im Januar 2018 ein Gast im Tiguan-Forum des Langzeittests über ein Problem mit dem Lenkgetriebe berichtete, fielen mir einige alte Forumseinträge bis 2013 auf, bevor ich meinen Tiguan erstanden hatte. In diesen Einträgen wurde von Poltergeräuschen berichtet, die mit dem Lenkgetriebe zusammenhingen. VW hatte einigen Betroffenen wohl mitgeteilt, dass man das Problem kenne, aber noch nicht lösen könne. Einer berichtete jedoch, dass ein Austausch des Lenkgetriebes diese Poltergeräusche beseitigt hätte, wobei die Teilenummer des Lenkgetriebes nicht die normal bekannte Nummer war.

Verlauf und Kosten der Inspektion

Bei der Abgabe meines Fahrzeugs zur Inspektion ließ ich auch die oben genannten Probleme im Werkstattauftrag nennen.

Nach der Inspektion bat der Meister um die Textfunde, die ich im Internet zu dem Poltern gefunden hatte. Um den Ausfall des Radios wollte er sich noch mit VW in Verbindung setzten.

Mein Fahrzeug bekam ich gewaschen und ausgesaugt wieder zurück. Ein netter kostenloser Service der Werkstatt.

Die Inspektionskosten stellten sich folgendermaßen dar:

Rechnungsdaten
Artikel Betrag
Inspektion mit Ölwechsel 92,70 Euro
Filtereinsatz 14,30 Euro
Schraube 2,37 Euro
Motoröl 103,89 Euro
Schraube 1,98 Euro
Zwischensumme 215,22 Euro
MwSt 40,89 Euro
Endsumme 256,11 Euro

Weiterarbeit

Noch bevor ich dem Werkstattmeister meine Textfunde übermitteln konnte, rief er mich bereits am nächsten Tag an und teilte mir mit, dass er von VW die Freigabe hätte, meinem Tiguan ein neues Radio zu verpassen und auch das Lenkgetriebe auszutauschen. Ich war sehr erfreut, dass er sich so um mein Auto kümmerte und warte jetzt auf das Eintreffen der Teile.

Etwa eine Woche später erhielt ich den Anruf, dass die Teile da wären und bekam sehr kurzfristig einen Termin für den Austausch. Nach anderthalb Tagen holte ich meinen Tiger wieder ab.

Ich erhielt einen neuen Sicherheitscode für das Radio und war darauf gefasst, alle Einstellungen wieder neu machen zu müssen. Überrascht stellte ich beim Einschalten des Radios fest, dass alle Sender wie beim alten Radio eingestellt waren, dass die Bluetoothkoppelung mit meinem Handy einwandfrei funktionierte und dass das Telefonbuch ebenfalls übernommen worden war. Ich brauchte nur noch die wenigen Kurzwahlen neu zu bestimmen und das war es auch schon. Richtig guter Service!

Als nächstes machte ich eine Probefahrt, um zu sehen, wie sich der Austausch des Lenkgetriebes ausgewirkt hat. Die Poltergeräusche scheinen verschwunden zu sein. Zumindest auf dieser kurzen Probefahrt zeigten sie sich nicht mehr.

Jetzt bin ich im Nachhinein etwas verwundert, denn das erste Mal vernahm ich die Poltergeräusche im Mai 2014 (siehe meinen damaligen Bericht) bei einem Kilometerstand von weniger als 8.000 Kilometern. Es musste sich also um einen Produktionsfehler handeln, der bereits beim neuen Fahrzeug vorhanden war. Wie weiter oben beschrieben, hat VW diesen Fehler über einige Jahre nicht abstellen können und diese Lenkgetriebe kontinuierlich eingebaut. Anscheinend hat es irgendwann eine Lösung gegeben, denn zuerst hatte VW den Austausch verweigert, bei einigen Kunden hatte er nichts gebracht und anscheinend ist jetzt die Lösung da. Das ist also eine gute Kunde.

Was der Austausch von Radio und Lenkgetriebe gekostet hat, werde ich mitteilen, sobald ich die Meldung von der Versicherung habe, welche die Langzeitgarantieschäden abrechnet.

Ich hoffe also, dass das Problem mit dem Lager der Kardanwelle auch behoben werden kann. Siehe hierzu auch meinen Bericht vom Januar 2018. Ich werde VW mal noch ein bisschen schriftlich auf die Nerven gehen.

Außerdem steht ja noch das Problem mit den neuen Motorgeräuschen an, von denen ich vermute, dass sie von den Einspritzdüsen herrühren (siehe weiter oben).

Trotz all der Probleme meines Tigers bin ich gern mit ihm unterwegs. In diesem Winter gab es zwar keine wirklichen Herausforderungen für ihn, aber ich fahre ihn gern. Auch auf schwierigen Wegen trägt er mich zuverlässig.

Diesel oder regenerative Energie.
Besser als Diesel wäre regenerative Energie als Antriebsenergie.

Verbrauchsangaben

Kilometer: 148.000.

Mein Tiger trinkt Diesel und seine Abgase sind schädlich. Das Bundesverwaltungsgericht hat Ende Februar bestätigt, dass Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten mit zu hoher Schadstoffbelastung in ihrer Luft zulässig sind. Ich bin gespannt, wann ich einmal von einem solchen Fahrverbot betroffen sein werde.

Es ist für mich völlig unfassbar, dass die Autoindustrie die ganzen Anstrengungen zur CO2-Reduzierung und zur Luftreinhaltung wissentlich und willentlich unterlaufen hat und die ganze Welt zum Narren gehalten hat, weil die versprochenen Reduzierungen nur vorgespiegelt waren. Warum werden diese Bosse nicht zur Rechenschaft gezogen sondern dürfen sich weiter in ihren "Erfolgen" sonnen und dafür kassieren???

Am Verbrauch hat sich auch in diesem Monat nichts geändert. Die nachstehende Grafik zeigt den kumulierten Verbrauch seit dem Update der Motorsteuerung, das wegen des Abgasbetrugs von VW erforderlich war.

Dieselverbrauch kumuliert seit dem Steuerungsupdate.
Diese Grafik zeigt den kumulierten Dieselverbrauch seit dem Update der Motorsteuerung.

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